HC Gotteron – SC Bern 4:3

In der 37. NLA-Runde hat Fribourg-Gottéron das «Zähringer Derby» gegen den SC Bern mit 4:3 gewonnen und damit die Tabellenspitze erfolgreich verteidigt.

Während der SC Bern nach der 3:4-Niederlage in Fribourg definitiv in eine Krise schlittert und die 5. Niederlage in Folge kassierte, grüsst Gottéron weiterhin von der Tabellenspitze. Es war der erste Dreipunkte-Erfolg der «Drachen» in dieser Saison gegen den SCB im 5. Direktduell.

Der SCB gab sich aber nie geschlagen: Ryan Gardner (24.) und Jean-Pierre Vigier (42.) konnten zweimal ausgleichen. Doch auf einen Doppelschlag der Fribourger konnte er nicht mehr reagieren: Adam Hasani (46.) und Shawn Heins (54.) legten im hitzigen Schlussabschnitt 2 Tore vor, mehr als der Anschluss durch Pascal Berger hatten die Berner nicht mehr zu bieten.

Für Antti Törmänen und seine Spieler ist es zur Gewohnheit geworden, Niederlagen zu erklären. Der Trainer meinte nach dem 3:4 des SC Bern gegen Gottéron, viele Spieler hätten gut gespielt, aber nicht jeder in jedem Einsatz die Leistung gebracht. Als Problempunkte nannte der Finne noch die schlechte Chancenauswertung und die vielen Strafen. «Unsere Linie hat versagt», sagte Topskorer Byron Ritchie selbstkritisch, «zudem haben wir dem Gegner durch Fehler zu viele Chancen ermöglicht.»

Beim SCB ist derzeit der Wurm drin. An Engagement fehlte es den Bernern gestern Abend in Freiburg nicht, doch im spielerischen Bereich war die Mannschaft wie in den letzten Wochen nicht auf der Höhe. Schöne Puckstafetten hatten Seltenheitswert, oft missriet bereits das erste Zuspiel in der gegnerischen Zone. Besonders in Überzahl wurden die Defizite offensichtlich; es gelang dem SCB kaum, sich vor Gottéron-Goalie Cristobal Huet zu installieren. Die Besucher agierten hektisch und wenig abgeklärt – offensichtlich haben die Negativerlebnisse in der Psyche der Spieler Spuren hinterlassen. Dazu kam, dass die Berner sich mehr Strafen leisteten als die Freiburger.

Trotz der langen Mängelliste war der SCB dem Leader mehr als zwei Drittel lang ebenbürtig, denn der NLA-Leader spielte alles andere als überzeugend. Weil auch die Freiburger selten für spielerische Glanzpunkte sorgten, bekamen die 6800 Zuschauer in der ausverkauften BCF-Arena eine zwar intensive und spannende, aber in erster Linie von Fehlern und Zufällen geprägte Partie zu sehen. Der Zufall war etwa beim 1:0 entscheidend: Die Scheibe prallte zweimal ab, sprang in die Höhe und fiel letztlich Alain Birbaum vor die Schaufel. Den Ursprung des 1:1 bildete ein haarsträubender Aussetzer von Shawn Heins, der den Puck in Überzahl an Ryan Gardner verlor, worauf der SCB-Center und der von der Strafbank zurückgekehrte Joel Kwiatkowski allein auf Huet losziehen konnten.

Doch letztlich ist das Wie sekundär. Was im Profisport in erster Linie zählt, ist das Resultat. Und auf der Anzeigetafel stand am Schluss «Fribourg 4, SC Bern 3». Überhaupt zeichnen die Zahlen und Fakten derzeit ein düstereres Bild von der Mannschaft aus der Hauptstadt. Die Berner haben fünfmal in Folge verloren; eine derart lange Negativserie hatte es letztmals im Januar 2005 gegeben. Sieben Verlustgänge in den letzten neun Begegnungen haben den SCB vom 1. auf den 5.Rang zurückfallen lassen.

Keine Kritik am Trainer

Bei den fünf letzten Niederlagen erzielte der Gegner stets nur einen Treffer mehr, dennoch sprach Ritchie nicht von Pech. «Im Eishockey musst du das Glück selber kreieren. Wir müssen lernen, knappe Spiele zu gewinnen», sagte der Kanadier. Ritchie betonte, das Team stehe trotz der harten Zeit voll hinter Törmänen. «Wir spielen gerne für diesen Coach – er hat eine positive Atmosphäre in die Mannschaft gebracht.» Hat der Trainer Angst um seinen Job? «Nein, Sorgen mache ich mir deswegen nicht. Mich beschäftigt nur, wie ich es schaffe, dass jeder Spieler in jedem Einsatz gut spielt», antwortete Törmänen.

CEO Marc Lüthi, der Törmänens Vorgänger Larry Huras direkt nach einer Niederlage entlassen hatte, meinte im Vorbeigehen: «Es gibt derzeit nichts zu sagen. Am Sonntag geht es weiter.» Morgen spielt der SCB zu Hause gegen den EHC Biel, also just gegen jenen Klub, gegen den die Serie mit dem 2:3 nach Verlängerung begann.

 

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